Der deutschen Mannschaft gelingt ein historischer Sieg. | Foto: DTB

DTB-Turnerinnen überraschen mit EM-Bronze

Die deutsche Riege muss sich im Mannschaftsfinale von München nur Italien und Großbritannien geschlagen geben und sorgt für einen weiteren historischen Moment

Am Ende flossen die Tränen, und die deutschen Turnerinnen lagen sich überglücklich in den Armen. Im Teamfinale der European Championships von München haben sie sensationell Bronze geholt, die erste EM-Medaille überhaupt für die DTB-Bewegungskünstlerinnen in diesem Mannschaftswettbwerb . Die Riege mit den Stuttgarterinnen Kim Bui und Elisabeth Seitz, den Chemnitzerinnen Emma Malewski und Pauline Schäfer-Betz sowie der Kölnerin Sarah Voss musste sich vor Tausenden begeisterter Zuschauer in der Olympiahalle nach einem starken und stabilen Wettkampf mit 158,430 Punkten lediglich Italien (165,163) und Großbritannien (160,564) geschlagen geben.

Gemäß der Setzung nach den Resultaten in der Qualifikation, als sie Vierte wurde, musste die DTB-Formation am Stufenbarren beginnen. Anders als im Vorkampf wurde ohne Streichwert geturnt, und an jedem Gerät starteten nur drei Turnerinnen pro Nation. So kam jeder Fehler in die Wertung. Doch die Gastgeberinnen erlaubten sich nicht viele. Kim Bui (13,433/5,6) musste einmal bei einer Riesenfelge die Beine anziehen, ansonsten kamen die 33-jährige Stuttgarterin, die Chemnitzerin Emma Malewski (13,10/5,0) und die frühere WM-Dritte an diesem Gerät, Elisabeth Seitz (14,30/6,0), sehr gut durch ihre Übungen. Das bedeutete mit 40,833 Punktenvorerst den dritten Platz im Zwischenklassement hinter Italien (41,566) und Großbritannien (41,366). Frankreich (40,332), ebenfalls zuerst an den beiden Holmen, lag in Lauerstellung auf dem vierten Rang.

Im zweiten Durchgang zeigte die Konkurrenz aus Großbritannien und vor allem Frankreich Schwächen, während die Deutschen den Balanceakt auf dem Schwebebalken bravourös bewältigten. Emma Malewski (12,70/5,0) als Starterin hatte zwar einige größere Wackler, doch Sarah Voss (13,50/5,6), die im Vorkampf noch beim Abgang gestürzt war, und die WM-Zweite Pauline Schäfer (13,733/5,5) beeindruckten mit souveränen Vorträgen und verteidigten den dritten Platz

Das Publikum in der Olympiahalle pushte das eigene Team weiter, und die deutschen Turnerinnen selbst forderten immer wieder mit motivierenden Gesten noch mehr Anfeuerung ein. Doch auch sie waren nicht vor Missgeschicken gefeit. Nach einer schönen Darbietung von Schäfer (12,433/4,6) fiel Voss (11,266/4,9) am Boden bei ihrem Doppelsalto gebückt in der letzten Bahn nach hinten und aus der Fläche heraus. Die Kölnerin hatte schon im Vorfeld mit Wadenproblemen zu kämpfen und hatte im Vorkampf ihr Programm deshalb heruntergeschraubt. Diesmal riskierte sie wieder mehr. Kim Bui (13,033/5,3) gelang danach ihre allerletzte Bodenübung auf der Turnbühne glänzend, und mit Tränen in den Augen winkte sie danach den Zuschauern zu, von denen viele die langjährige Nationalturnerin  mit Standing Ovations ehrten. Am Sonntag wird sie sich im Barrenfinale endgültig verabschieden.

Der Sprung brachte die Entscheidung, und hier sollte sich der erhöhte Einsatz von Sarah Voss bezahlt machen. Nachdem Kim Bui und Elisabeth Seitz ihre einfach geschraubten Jurtschenko-Sprünge sauber in den Stand gebracht hatten, wagte die Aktivensprecherin ihre Rondat-Variante mit Doppelschraube, und als sie diese sauber stand, gab es in der Halle kein Halten mehr.

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